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MYOG: Z‑Prägung für deine Schaumstoff-Matte

vor 5 Tagen
3 Min. Lesezeit

Viele Ultraleicht-Wandernde möchten ihre Schaumstoff-Schlafmatte nicht nur rollen, sondern kompakt im Rucksack verstauen – zum Beispiel im Z‑Fold, wie man es von Faltmatten kennt. Mit einer gezielten Z‑Prägung kannst du aus einer flachen, geschlossen-zelligen Schaumstoffmatte eine komfortabel faltbare Schlafmatte machen, ohne das Material durch Einschnitte zu schwächen.


Ziel der Z‑Prägung: aus einer gerollten Schaumstoffmatte eine Faltmatte machen


Bei der Z‑Prägung wird die Matte an bestimmten Linien verdichtet. Diese verdichteten Linien übernehmen später die Rolle der Falten – erst nach der Prägung lässt sich die Matte sauber im Z‑Fold zusammenlegen. Im Mittelpunkt steht eine Schlafmatte, die sich besser verstauen lässt, z. B. als Versteifung im Rückenbereich eines rahmenlosen Rucksacks.


Vorbereitung: Material, Werkzeuge und Testschnitt


Für die Z‑Prägung benötigst du:

  • eine Schaumstoffmatte

  • ein stabiles Metalllineal

  • einen sehr scharfen Cutter oder ein Teppichmesser

  • einen Filzstift für feine Markierungen

  • einen Backofen

  • ein hitzefestes Metalllineal für die Prägung

  • dicke Lederhandschuhe oder andere Hitzeschutzhandschuhe


Bevor du an die eigentliche Matte gehst, solltest du an einem Randstück üben. Das Material ist zäh, daher muss beim Schneiden viel Gewicht auf dem Lineal liegen, damit der Schnitt sauber wird und nicht ausfranst. Ein bis zwei Übungsschnitte am Reststück zeigen dir, wie viel Druck du wirklich brauchst und wie sich das Material verhält.


Schritt 1: Kanten begradigen und Z‑Fold planen


Gerade, rechtwinklige Kanten erleichtern die spätere Prägung und das Messen. Falls deine Matte ab Werk nicht exakt rechtwinklig ist, lohnt es sich, die kurzen Seiten zuerst mit Cutter und Metalllineal zu begradigen.


Danach planst du deinen Z‑Fold:

  • Lege fest, wie viele Paneele du im Z‑Fold haben möchtest (zum Beispiel drei oder vier Teilflächen).

  • Miss die Matte aus und teile die Länge gleichmäßig in diese Paneele.

  • Zeichne die geplanten Faltlinien mit Filzstift und Winkel-Lineal ein. Wichtig sind saubere, parallele Linien im rechten Winkel zur Kante.

Zu diesem Zeitpunkt sind es nur Markierungen – gefaltet wird erst, wenn die Prägungen gesetzt sind.


Schritt 2 (optional): Zuschnitt mit Cutter und Metalllineal


Wenn du deine Matte nicht in voller Breite nutzen möchtest oder zusätzlich ein Rückenpolster oder Sitzteil abtrennen willst, kommt jetzt der Zuschnitt. Dabei gilt: lieber langsam, dafür präzise arbeiten.

Tipps für den Zuschnitt:

  • Das Metalllineal stabil mit Körpergewicht fixieren, damit es nicht verrutscht.

  • Eine frische Klinge im Cutter verwenden.

  • Mehrmals entlang derselben Linie schneiden, statt einmal mit viel Gewalt.

  • Auf eine möglichst senkrechte Schnittkante achten, damit später keine dünnen Schwachstellen entstehen.

Wenn du nur eine durchgehende Schlafmatte mit Z‑Prägung möchtest, sind Zuschnitte optional – du kannst die Matte auch komplett lassen und nur prägen.



Schritt 3: Z‑Prägung mit erhitztem Lineal


Jetzt folgt der entscheidende Schritt: die Z‑Prägung, mit der aus der flachen Matte eine definierbare Z‑Faltmatte wird.


So gehst du vor:

  1. Backofen auf etwa 100 °C vorheizen.

  2. Ein Metalllineal im Ofen erwärmen.

  3. Das heiße Lineal entlang der zuvor eingezeichneten Linie auf die Matte legen.

  4. Mit dem Oberkörpergewicht kräftig nach unten drücken und den Druck ungefähr 30 Sekunden halten.


Durch die Wärme und den Druck verdichtet sich der Schaum entlang der Linie und merkt sich diese Stelle als zukünftige Faltkante. Je nach Material kann es sinnvoll sein, die Prägung ein zweites oder drittes Mal zu wiederholen, bis die Linie deutlich fühl- und sichtbar ist.

Für einen echten Z‑Fold prägst du abwechselnd von der einen und von der anderen Seite, damit die Matte später in Z‑Form zusammengelegt werden kann: Eine Linie wird so geprägt, dass sie nach oben knickt, die nächste so, dass sie nach unten knickt.


Sicherheitshinweise:

  • Immer mit dicken Handschuhen arbeiten – das Metalllineal wird deutlich heiß.

  • Keine extrem hohen Temperaturen verwenden, damit der Schaum nicht schmilzt, sondern nur verdichtet wird.


Schritt 4: Z‑Faltform stabilisieren


Direkt nach der Prägung kehrt das Material gerne in seine ursprüngliche, flache Form zurück. Deshalb lohnt es sich, die Matte im geplanten Z‑Fold zusammenzulegen und über mehrere Stunden oder über Nacht zu beschweren.


Bewährter Ablauf:

  • Matte entlang der geprägten Linien im Z‑Fold falten – so, wie sie später im Rucksack liegen soll.

  • Mit schweren Gegenständen (zum Beispiel Bücher, Wasserkanister oder Ausrüstung) beschweren.

  • Über Nacht liegen lassen, damit sich der Schaum an die neue Faltgeometrie gewöhnt.


Bei besonders widerspenstigen Bereichen kann eine zweite Prägung dicht neben der ersten helfen, um Spannungen im Material auszugleichen und die Verkürzung sauber zu verteilen. So entsteht Schritt für Schritt eine Schlafmatte, die sich leicht im Z‑Fold zusammenlegen lässt und trotzdem eine durchgehende Liegefläche bietet.


Optional: Was du mit der geprägten Matte noch machen kannst


Die meisten werden die Z‑Prägung nutzen, um eine kompakt faltbare Schlafmatte zu bekommen, die sich besser verstauen lässt als eine klassische Rollmatte.


Wenn du mehr MYOG möchtest, kannst du aus derselben Matte zusätzlich noch weitere Teile gewinnen:

  • Rückenpolster: Ein zugeschnittenes Segment in der Rucksack-Innentasche dient tagsüber als Rückenpolster und nachts als Teil der Schlafunterlage.

  • Sitzpolster: Ein gefaltetes Segment im Faltstuhl wird zum komfortablen Sitz.


Im zugehörigen Ultraleicht-Trekking-Forum-Thread zur XMAT findest du Fotos und ausführliche Praxisbeispiele, wie diese Varianten in der Praxis aussehen. Den Beitrag kannst du hier nachlesen. Vielen Dank an wildoor für die Fotos


 
 
 

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