Abspannpunkte und Verbindungen für xfoil: TPU-Hardware aus dem 3D-Drucker für Tarps, Ponchos und Co.
- 7. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Apr.
Wer mit ultraleichten Folien wie xfoil arbeitet, steht vor der Herausforderung, Kräfte sicher in das Material einzuleiten. Da die Weiterreißfestigkeit bei punktueller Belastung eher gering ist, scheiden mechanische Lösungen wie Ösen aus. Eine stabile Lösung bietet die Kombination aus flächiger Verklebung und 3D-gedruckten Verstärkungen aus TPU 95A.
Das Montage-Prinzip: Kleben auf der Unterseite
Ein entscheidender Faktor für die Haltbarkeit ist die Positionierung: Die TPU-Hardware wird immer auf der Unterseite der Folie verklebt. Bei Zugbelastung durch die Abspannleine wird das Bauteil dadurch gegen die Folie gepresst. Die Folie dient als mechanische Barriere, wodurch die Last nicht allein am Klebstoff „hängt“, sondern physikalisch abgestützt wird. Dies reduziert die Scherkräfte auf das Klebeband massiv und verhindert ein vorzeitiges Ablösen (Peeling).
Materialwahl: TPU 95A
Unter den verfügbaren Filamenten ist TPU 95A das am besten geeignete Material für diesen Zweck:
Kälteresistenz: Es bleibt auch bei Minusgraden flexibel und sprödet nicht.
Zähigkeit: Es ist abriebfest genug, um die Reibung der Schnüre im Loch ohne Verschleiß aufzunehmen.
Haftung: Die Oberfläche geht eine sehr gute Verbindung mit Klebebändern auf LSE-Basis (Low Surface Energy) ein.
Geometrie: Die 0,2-mm-Rampe
Alle Bauteile laufen zum Rand hin auf eine Dicke von 0,2 mm aus. Diese flache Geometrie ist notwendig, damit das Klebeband einen stufenlosen Übergang von der Hardware zur Folie schafft. Harte Kanten würden zu Spannungsspitzen führen, an denen die Folie unter Last einknicken oder einreißen könnte.
Die 4 Hardware-Module (OpenSCAD-Code)
Hier sind die Code-Blöcke für die einzelnen Komponenten. Die Lochdurchmesser sind auf 1,5 mm optimiert, um einen Presssitz für 2 mm Shock Cord zu gewährleisten.
1. Abspann-Dreieck (Ecken)
Mit abgerundeten Ecken (Radius 2 mm), um Kerbwirkungen an der Folie zu vermeiden.
// xfoil_triangle.scad
size=30; tc=1.0; te=0.2; hd=1.5; r=2; $fn=60;
difference() {
hull() {
linear_extrude(te) offset(r) polygon([[r,r],[size-2.5*r,r],[r,size-2.5*r]]);
translate([3,3,0]) linear_extrude(tc) offset(r) polygon([[r,r],[size-9-2.5*r,r],[r,size-9-2.5*r]]);
}
translate([8,8,-1]) cylinder(h=3, d=hd);
}
2. Flächen-Lifter (Rund)
Für Abspannpunkte auf der Fläche, um mehr Raum unter dem Tarp zu schaffen.
// xfoil_circle_lifter.scad
d=30; tc=1.0; te=0.2; hd=1.5; $fn=100;
difference() {
hull() { cylinder(te, d=d); cylinder(tc, d=d-10); }
translate([0,0,-1]) cylinder(3, d=hd);
}
3. Verschluss-Knebel (Toggle)
Mechanischer Verschluss (T-Form) für Türen oder Poncho-Seiten. Die Basis ist lochfrei für maximale Klebefläche. Du musst an der gewünschten Stelle ein Loch in die xfoil schneiden/stanzen, den Toggle von hinten durchstecken und dann die Basis festkleben. Nur so wird die Hardware bei Zug gegen die Folie gepresst, anstatt nur vom Klebeband gehalten zu werden.
// xfoil_toggle_unten_schmal.scad
bd=30; th=8; tw=7; te=0.2; $fn=60;
hull() {
cylinder(te, d=bd-10); // Schmaler Teil unten
translate([0,0,1-te]) cylinder(te, d=bd); // Breite Fläche nach OBEN versetzt
}
cylinder(th, d=5);
translate([0,0,th-2]) rotate([0,90,0]) hull() {
translate([0,0,-tw/2]) sphere(d=5);
translate([0,0,tw/2]) sphere(d=5);
}
4. Mini-Anker (Gegenstück)
Kleiner Klebe-Punkt (20 mm) mit zentralem Loch für die Gummischlaufe des Knebels.
// xfoil_mini_anchor.scad
d=20; tc=1.0; te=0.2; hd=1.5; $fn=80;
difference() {
hull() { cylinder(te, d=d); cylinder(tc, d=d-6); }
translate([0,0,-1]) cylinder(3, d=hd);
}
Schnurwahl und elastische Spannung
Da xfoil-Folie im Gegensatz zu Nylon kaum Eigenelastizität besitzt, sollte an den Abspannpunkten Shock Cord (Gummischnur) verwendet werden. Ein einzelner Strang einer 2 mm starken Schnur reicht aus, um Windlasten federnd abzufangen und die Klebeverbindung vor abrupten Lastspitzen zu schützen. Eine 2 mm Gummischnur sitzt in einem 1,5 mm Loch sehr stramm und sicher.
Fertigung und Montage
Wer keinen eigenen 3D-Drucker besitzt, kann die SCAD-Dateien nutzen, um die Teile in einem lokalen Makerspace oder FabLab fertigen zu lassen. Die Materialkosten für einen Satz Hardware sind minimal.
Die Klebeflächen können vor der Montage mit Isopropanol entfettet werden. Informationen zur Wahl des richtigen Tapes (z. B. Filament-Klebeband oder LSE-geeignete Industrieklebebänder) finden sich im ausführlichen Klebeband-Guide für xfoil-Projekte.





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